Kleinkläranlagen Preise

Was dürfen Kleinkläranlagen kosten und auf was Sie jetzt achten sollten

Wer eine Kleinkläranlage braucht, stellt sich auch schnell die Frage, wieviel sie kosten wird.


Bei der Suche im Internet lassen sich allerdings nur schwer Preise finden, die auch die Folgekosten mit aufzeigen.
So viel ist klar: Eine gute Kleinkläranlage kann unter 3000,- € kosten.
z.B.
hier


WICHTIG:

Die Anschaffungskosten für eine Kleinkläranlage sind nicht alles. Dass es nicht einfach ist, einen schnellen Überblick zu bekommen, hat verschiedene Gründe, die ich Ihnen in zehn kurzen Punkten gerne aufzeige.

1. Die Baugröße
Natürlich kommt es als erstes auf die Baugröße an. So kommt für ein kleines Einfamilienhaus mit ca. 60 m² üblicherweise eine Anlage für 4 Personen infrage. Die Kosten für eine 4 EW Kleinkläranlage beginnen bei ca. 3000,- Euro.
Kläranlagen werden auch noch bei einer Reinigungsleistung für bis zu 50 Einwohner noch als Kleinkläranlage bezeichnet. Größere Anlagen können Abwasser aus Haushalten, Restaurants, Hotels oder anderem Gewerbe bis zu 50 EW reinigen. Je nach Anlagengröße werden auch die Komponenten und Tanks entsprechend größer und teurer.
In einem Rechenbeispiel weiter unten betrachten wir zwei Baugrößen.

2. Das klärtechnische Verfahren
Es gibt viele verschiedene Verfahren, um Abwasser zu reinigen. Alle biologischen Kläranlagen haben eines gemeinsam: Sie arbeiten mit Bakterien, welche Sauerstoff benötigen. Dazu werden typischerweise die Bioreaktoren der Kleinkläranlagen belüftet. Wie das jedoch geschieht, in wievielen Kammern oder Tanks, kann sehr unterschiedlich sein.
In der technischen Entwicklung der Kleinkläranlagen hat sich einiges verändert. In früheren Jahren wurden oft drei Kammern verendet (Dreikammergruben) oder mehrere Tanks mit vielen Einbauten, was die Kleinkläranlagen schon in der Erstinvestition teuer werden ließ.
Heute gibt es vollbelüftete biologische Kläranlagen (z.B. von der Firma Kordes), welche in nur einer Kammer kompakt und preiswert das Abwasser auf höchstem Niveau reinigen.

3. Einbaukosten:
Der Einbau sollte, wenn eine Firma damit beauftragt wird, von einem Fachbetrieb durchgeführt werden. Auch hier werden Aufwand und Preis günstiger, wenn eine kompakte Kleinkläranlage gewählt und wird und entsprechend nur ein Tank eingebaut wird. Dann ist der Aushub geringer, das Loch und die Baustelle im eigenen Grundstück deutlich kleiner. 

4. Abwasserableitung:
Das gereinigte Abwasser muss schließlich 'irgendwo hin'. Dazu gibt es eine preisgünstige und eine kostspielige Möglichkeit. Können Sie das Wasser in ein Gewässer, Bach, Graben einleiten, fallen meist nur geringe Kosten an, da nur das Ablaufrohr dorthin gelegt werden muss. Wenn Sie das Abwasser versickern lassen müssen, wird es meist kostspieliger. Hierzu muss oft erst einmal festgestellt werden, wie sickerfähig der Boden ist. Dazu wird z.B. ein Loch gegraben und Wasser eingefüllt, um zu messen wie schnell der Boden das Wasser aufnimmt oder in welcher Tiefe. Das macht typischerweise ein Fachunternehmen. Anhand dieser Daten wird die Größe der Versickerung geplant. 

5. Auftriebssicherung
Wenn Sie auf Ihrem Grundstück mit einem hohen Grundwasserspiegel zu tun haben, muss Ihre Kleinkläranlage vermutlich vor dem Aufschwimmen geschützt werden. Dieses Phänomen kann auftreten, wenn wasserdichte Behälter (je nach Material) in Böden mit hohem Wasserstand eingebaut werden. Hierzu werden sogenannte Auftriebssicherungen verwendet, die Kosten verursachen.

6. Folgekosten
Der wichtigste Kostenpunkt wird oft unterschätzt: die langfristigen Kosten. Diese können über die Jahre ein Mehrfaches der Kleinkläranlagenkosten ausmachen! Und wer möchte schon seine jährlichen fixen Kosten deutlich (und unnötig) in die Höhe treiben? Deshalb lohnt es sich für Ihren Geldbeutel, sehr genau dort hinzuschauen und die Folgekosten von Anfang an in Blick zu haben.
Dazu gehören: 

a) Installationskosten
Beim Einbau der Kleinkläranlage fängt es an: Eine Kleinkläranlage für einen einzelnen Haushalt kann sehr kompakt sein und mit einem kleinen Tank auskommen. Es wird kein riesiges Loch entstehen, so dass die Kosten überschaubar sind. Wenn Ihre Anlage jedoch aus zwei bis vier größeren Tanks besteht, welche alle in ein entsprechend großes Loch eingebaut werden müssen, kann der Aufwand für die Bauausführung ein Vielfaches betragen - und dementsprechend steigen die Kosten! Dazu kommt: Da Kleinkläranlagen oft von Tiefbauunternehmen verkauft werden, besteht nur ein geringes Interesse, diese Kosten gering zu halten. 

b) Stromkosten
Der Stromverbrauch von Kleinkläranlagen hängt natürlich vom Reinigungsverfahren und der Größe der Anlage ab. Da typischerweise immer die kleinen Baugrößen getestet werden, liegen hierzu zuverlässige Daten vor. So schwanken die Stromverbräuche von 0 kWh/d für Stromlosanlagen bis 0,6 - 2,4 kWh/d für belüftete Kleinkläranlagen. Bei einem Preis von 29 ct / kWh bedeutet dies ein Kostenunterschied von 0 Euro (stromlose Anlagen) und 64 bis 254 € pro Jahr. 

c) Schlammentsorgungskosten
Der Kostenfaktor für die Schlammentsorgung wird bei der Wahl der richtigen Anlage oft vernachlässigt. Das liegt daran, dass dieser Punkt von den meisten Herstellern verschwiegen wird, da sie keine guten Lösungen anbieten können. Mit der vollbelüfteten Kläranlage Kordes Autark gibt es jetzt eine wirklich hervorragende Lösung, um Schlamm zu verringern und (noch dazu geruchsfrei) für Jahre kompakt zu speichern. Statt ein bis zwei Mal im Jahr ein Unternehmen mit der Schlammabfuhr beauftragen zu müssen, ist es nun möglich, nur alle 4 bis 10 Jahre den Schlamm entfernen zu lassen. Sie sparen Zeit, Aufwand und Geld.

d) Wartungskosten
Da der hauptsächliche Kostenpunkt an der Wartung die Anfahrt und die Analyse der Wasserproben darstellt, sind die Preise für eine Wartung bei allen Anlagen sehr ähnlich ( ca. 80 €). Mit einer Kläranlagen-Steuerung mit Datenfernüberwachung können Sie allerdings die Wartungshäufigkeit ab dem 3. Betriebsjahr reduzieren. Statt zwei Wartungen im Jahr, reicht dann eine einzige. 

e) Reparaturkosten / Instandhaltungskosten
Grundsätzlich gibt es viele verschiedene Kläranlagen-Systeme im Markt. Die Unterschiede sind nicht nur in der Größe der Anlagen, sondern auch im technischen Aufwand festzustellen. Hier gibt es Systeme mit Filtern, die nach gewissen Intervallen auszutauschen sind oder mit Belüftern, für deren Wechsel ein großer Aufwand notwendig ist. Auch die Kosten für eine durch Blitzschlag geschädigte Steuerung können (je nach Hersteller) erheblich zu Buche schlagen. Meine Empfehlung: Je weniger technische Komponenten die Anlage hat, umso weniger gibt es zu reparieren und zu warten.

7. Nachrüstung
Ist bereits ein geigneter Tank in gutem Zustand auf dem Grundstück vorhanden, kann dieser sehr wahrscheinlich weitergenutzt werden. In diesem Fall wird lediglich eine neue Klärtechnik zur biologischen Abwasserreinigung eingesetzt. In diesem Fall sprechen wir von einer Nachrüstung.
Für Nachrüstsätze ist zu beachten, dass es allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen (DIBt Zulassungen) gibt, welche die Untere Wasserbehörde in der Regel fordert. 

8. Reinigungsklassen
In Deutschland gibt es verschiedene Qualitätsanforderungen für die Reinigung des Abwassers. Dazu wurden fünf verschiedene Reinigungsklassen eingeführt (siehe auch DWA A-221). Meist jedoch reicht die Einhaltung der einfachsten Klasse C.
Hier ein Überblick der Klassen:


KLASSE C: Kohlenstoffabbau
KLASSE N: Nitrifikation
KLASSE D: Denitrifikation
KLASSE +P: Phosphatelimination
KLASSE +H: Hygienisierung


Die aufwendigere Technik der Klassen mit den erweiterten Anforderungen sind, wie nicht anders zu erwarten, kostspieliger. 

9. Sonstige Kosten
Je nach Situation könnten auch weitere Punkte anfallen, die zusätzliche Kosten verursachen, wie Rückstausicherung, überfahrbare Abdeckungen, Steuerung mit Datenfernüberwachung, Außenschaltschrank, etc. Erfahren Sie hierzu mehr in einem persönlichen Telefonat unter [button] 

10. Hier noch zwei Kosten-Beispiele:

Wie unterschiedlich sind die Kosten zwischen 2 Kleinkläranlage im Bau und Betrieb?

Diese Frage wird bis ins Detail in diesem Blogbeitrag beantwortet.

Fazit:

Insgesamt haben sich Kleinkläranlagen in den letzten Jahren immer weiter verbessert und sind preisgünstiger und kompakter geworden. Allerdings ist die Auswahl auch unübersichtlicher geworden und die gesetzlichen Anforderungen sind kompliziert. Aus all diesen Gründen bietet es sich an, mit einem Experten in Kontakt zu treten, der zu all Ihren Fragen und Bedürfnissen die richtigen Antworten kennt: